Von A bis Z

Das kleine Lexikon des Verwaltungsrechts

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Klimaklagen

Klimaklagen sind Klagen auf nationaler, europäischer oder internationaler Ebene, mit denen die Kläger für ein menschengerechtes Klima streiten, um die Beklagten zur Einhaltung von Rechtsvorschriften, etwa aus völkerrechtlichen Verträgen oder nationaler Gesetzgebung zu verpflichten. Oftmals, sofern zulässig, erfolgen diese als Verbandsklagen angestrengt, d.h. es wird im Namen bestimmter Gruppen oder gar der Natur selbst aufgetreten. Bekannte aktuelle Beispiele sind vor allem die Verfassungsbeschwerde vor dem Bundesverfassungsgericht gegen das damalige Klimaschutzgesetz (bei welcher unsere Kanzlei einige Beschwerdeführer vertreten durfte) oder die zivilrechtliche Klage des peruanischen Bauern Saúl vs. RWE. Zuletzt entschied im April 2024 der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte über die [...]

2024-09-17T09:17:31+02:0017. September 2024|

Klimaschutzbeschluss (Bundesverfassungsgericht)

Mit Beschluss vom 29.04.2021 stellte das Bundesverfassungsgericht die teilweise Verfassungswidrigkeit des Bundesklimaschutzgesetzes fest. Das Bundesklimaschutzgesetz in der Fassung vom 12.12.2019 verletzt laut der Entscheidung des BVerfG die Freiheitsrechte der Beschwerdeführer, soweit darin hinreichende Maßgaben für die weitere Emissionsreduktion ab dem Jahr 2031 fehlen. Damit werden hohe Emissionsminderungslasten unumkehrbar auf Zeiträume nach 2030 verschoben, indem für die Erreichung der abgesteckten Ziele dann sehr dringend und sehr kurzfristig Emissionen erheblich gemindert werden müssten. Von diesen künftigen Emissionsminderungspflichten ist praktisch jegliche Freiheit potenziell betroffen, weil noch nahezu alle Bereiche menschlichen Lebens mit der Emission von Treibhausgasen verbunden und damit nach 2030 von drastischen [...]

2023-06-07T11:16:33+02:007. Juni 2023|

Klimaschutzgesetz

Das Bundesklimaschutzgesetz, das am 12.12.2019 beschlossen und am 24.06.2021 auf einen Beschluss des Bundesverfassungsgerichts hin geändert wurde, regelt die nationalen Klimaschutzziele. Insbesondere setzt es die Ziele für die Reduzierung der Treibhausgasemissionen bis hin zur Klimaneutralität, die bis zum Jahr 2045 erreicht werden soll. Hierfür werden jährliche Minderungsziele für die einzelnen Sektoren (Energiewirtschaft, Industrie, Gebäude, Verkehr, Landwirtschaft und Abfallwirtschaft) festgelegt.

2023-06-07T11:15:54+02:007. Juni 2023|

Konnexitätsprinzip

Das Konnexitätsprinzip ist ein grundlegendes Prinzip des deutschen Staatsrechts, das besagt, dass die öffentliche Stelle, welche eine Aufgabe übernimmt, auch für die damit verbundenen Kosten verantwortlich ist. Es gewährleistet, dass bei der Übertragung von Aufgaben von einer höheren Ebene (zum Beispiel dem Land) auf eine niedrigere Ebene (wie eine Gemeinde) keine einseitige finanzielle Belastung der unteren Ebene entsteht, ohne dass diese eine angemessene finanzielle Kompensation erhält.

2025-08-12T11:19:08+02:0012. August 2025|

Körperschaft

Bei Körperschaften des öffentlichen Rechts handelt es sich um mitgliedschaftlich verfasste und vom Wechsel der Mitglieder unabhängige Organisationen. Sie werden durch Gesetz oder aufgrund eines Gesetzes eingerichtet, um bestimmte öffentliche Aufgaben in der Regel mit Hoheitsbefugnissen und unter staatlicher Aufsicht zu erfüllen. Beispiele für Körperschaften sind Gemeinden und Gemeindeverbände, die Industrie- und Handelskammern (IHK), die Bundesrechtsanwaltskammer, Universitäten oder kommunale Zweckverbände.

2023-06-07T11:16:56+02:007. Juni 2023|

Luftrecht

Das Luftrecht, auch als Luftfahrtrecht oder Luftverkehrsrecht bezeichnet, umfasst alle Rechtsvorschriften, welche die Luftfahrt betreffen. Im Luftrecht spielen internationale Abkommen, Recht der Europäischen Union und nationales Recht gleichzeitig ineinander. Bundesrechtlich gilt vor allem das Luftverkehrsgesetz (LuftVG - https://www.gesetze-im-internet.de/luftvg/LuftVG.pdf) mit verschiedenen auf seiner Grundlage ergangenen Verordnungen.

2017-12-18T16:22:00+01:0018. Dezember 2017|

Menschen- und Bürgerrechte

Unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung gewährleistet unverzichtbare Menschen- und Bürgerrechte, deren Schutz und Wahrung wir uns als Organe der Rechtspflege verpflichtet sehen. Wir verfügen über fundierte Kenntnisse der nationalen, europäischen und internationalen Grund- und Menschenrechte und beraten und vertreten unsere Mandanten auch in Verfassungsbeschwerdeverfahren sowie in Verfahren vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte. Nach unserer Erfahrung ist in vielen Fällen eine bestmögliche Verfolgung der Rechte unserer Mandanten nur auf Grundlage einer breiten Informationsbasis möglich. An deren Schaffung wirken wir durch eine effektive Durchsetzung der Informationsrechte unserer Mandanten gegenüber Behörden, Gesetzgebungsorganen und Unternehmen mit. Vereinen und Bürgerinitiativen bieten wir darüber hinaus eine kompetente [...]

2017-12-18T16:22:00+01:0011. Oktober 2017|

Möglichkeitstheorie

Nach § 42 Abs. 2 der Verwaltungsgerichtsordnung (VwGO) ist eine Klage vor den Verwaltungsgerichten nur zulässig, wenn der Kläger geltend machen kann, dass er durch den angegriffenen Verwaltungsakt bzw. dessen Ablehnung/Unterlassung in seinen Rechten verletzt ist. Dieses Erfordernis wird als Klagebefugnis bezeichnet. Nach der Möglichkeitstheorie soll die Klagebefugnis jedenfalls dann angenommen werden, wenn eine Rechtsbeeinträchtigung nicht im Vorhinein offensichtlich oder eindeutig ausgeschlossen ist. Demnach genügt die Möglichkeit, dass eine Rechtsbeeinträchtigung zumindest vorliegen könnte.

2024-09-17T09:19:24+02:0017. September 2024|

Nachbarklage

Der Nachbar eines Bauvorhabens kann gegen eine Baugenehmigung dann mit Erfolg vorgehen, wenn öffentlich-rechtliche Vorschriften verletzt sind, die auch seinem Schutz dienen. Zudem ist eine Klage des Nachbarn begründet, wenn es das Vorhaben an der gebotenen Rücksichtnahme auf seine Umgebung fehlen lässt und dieses Gebot im Einzelfall Nachbarschutz vermittelt. Als Nachbar i.S.d. Baurechts wird jeder dinglich Berechtigte (insb. der Eigentümer) bezeichnet, der möglicherweise durch ein Vorhaben in seinen subjektiven Rechten verletzt wird. Nachbarschutz wird dabei vor allem durch den einzuhaltenden Mindestabstand zum Nachbargrundstück sowie durch die einschlägigen Lärmvorschriften (insb. Regelungen des Bundesimmissionsschutzgesetzes in Verbindung mit der Technischen Anleitung zum Schutz [...]

2018-01-04T10:42:06+01:004. Januar 2018|

Nebenbestimmung

Eine Nebenbestimmung ist eine Ergänzung zu einem Verwaltungsakt. Sie wird in § 36 Abs. 2 VwVfG definiert und kann als Befristung, Bedingung, Widerrufvorbehalt, Auflage oder Auflagenvorbehalt auftreten. Demnach dient sie der Beschränkung oder Erweiterung des Regelungsinhaltes eines Verwaltungsaktes. Eine Teilanfechtung von Nebenbestimmungen ist grundsätzlich möglich.

2025-04-14T14:47:17+02:0014. April 2025|
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